wortspiele
die taz schrieb gestern in ihrer berichterstattung vom grünen parteitag vom wochenende folgendes in fettbustaben in den artikel:
"indirekt räumen die grünen ein: die pds hatte recht, hartz iv ist armut per gesetz".
wie kommt die taz, in bürgerlichen medien teilweise als "grüne hauspostille" verschrien zu so einer annahme? zumal ihre pds-feindlichkeit bekannt und oft herauslesbar ist? aufklären tut ein zitat aus dem letzten absatz, der nach einiger berechtigten gleichstellungskritik an der grünen spitzenkandidatur, einiges aufwühlt:
"und dann rutscht auch noch eine feststellung ins programm, wonach man die regelsätze beim arbeitslosengeld ii 'deutlich' anheben müsste, 'damit sie vor armut schützen'. entsetzt ruft eine schwäbin: 'das hat bisher nur die pds gesagt.' die mehrheit lässt's geschehen."
was ist eigentlich der unterschied zwischen moral und ethik? da ich moral für irrelevant, weil trennend, halte, ergibt sich die frage, ob die ethik damit genauso unnötig ist. kann man sich eine ethik ohne moral denken?
die kontrahenten:
- die ethik ist eine philosophische richtung, die danach fragt, was gut ist, wie man gut handelt. die ethik analysiert und bewertet (menschliches) handeln. sie ist außerdem das zweite große teilgebiet der philosophie und der gegenpart zur metaphysik, die sich mit dem sein beschäftigt. wegen ihrer übertragbarkeit auf das menschliche handeln wird sie auch als "praktische" philosophie bezeichnet.
- die moral ist in dieser deutung die summe aller werte und normen einer gesellschaft, die von den meisten ihrer mitglieder aktzeptiert wird.
die gemeinsamkeiten:
- beide versuchen, werte udn normen zu ermitteln, an denen sich der mensch entlanghangeln kann. auch wenn dies letztendlich nur ein gutgemeinter versuch sein kann.
- beide teilen und gut und schlecht bzw. erfüllung einer norm/eines wertes oder nicht. konstruktivstisch betrachtet ist das mist, da eine beurteilung immer davon ausgeht, dass die realität, auf grund derer geurteilt wird, die gleiche ist. da das aber nie der fall ist, kann man seinen gegenüber faktisch nicht verurteilen, nur weil er ein wertesystem nicht teilt, da er dafür ja keine verantwortung trägt.
- beide gewinnen in aktuellen debatten über sterbehilfe, abtreibung und andere dinge die mit leben und sterben zu tun haben, an einfluss.
die unterschiede:
zitat aus
wikipedia:
Der Unterschied zwischen Moral und Ethik besteht darin, dass die faktische Moral teilweise emotionale Ursprünge hat (Ekel, Hass, Angst) sowie kultur- und gesellschaftsabhängig ist, die Ethik hingegen mit Logik auf "absoluten" Maßstäben aufzubauen versucht. Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden.
der sieger:
die ethik. die ist die kritische reflektion der moral. was sie nicht nur höherstehend macht, sondern sogar ein wenig sinnvoller.
ich werde es nie vergessen, dieses blödeste wort von allen, das ich in meiner Kindheit gelernt habe. es kam immer, wenn man so wunderbare dinge wie "ag" (im sinne von "arbeitsgemeinschaft"), "wuk" ("welt und umweltkunde") oder andere abkürzungen benutzt hat, die die eltern nicht verstanden (komischerweise lagen die immer im schulbereich).
dann folgte das totschlagsargument: "abküfi", obwohl es eigentlich "akf" heißen müsste, denn nur so und nicht anders ahbe ich abgekürzt. aber so rum klingt es halt eben noch blöder. bis auf wose und wowo sind alle abkürzungen mit vokal dumm.
bleibt mir noch, diese leute zu verfluchen, welche die militanten abkürzler mit ihren eigenen waffen schlagen wollten. "abküfi" moralisch gewertet dreht sich im kreis (mit absicht), denn es wertet sich selber ab.
man hätte es auch viel einfacher haben können: wenn man den abkürzungsfimmel einfach ausgeschrieben hätte...
definition aus meinem ethikhefter:
bedürfnisse sind zustände subjektiven mangelempfindens mit dem ziel, diesen zustand zu beseitigen.
wir bemerken, dass das bedürfnis suizidgefährdet ist. es versucht sich selbst zu zerstören. doch wenn es beseitigt ist. was bleibt dann?
genau, andere bedürfnisse. ein sich wiederholender zyklus, der maximal unterdrückt bzw. angehalten werden kann und später wieder zum ausbruch kommt. somit ist der mensch ein opfer der bedürfnisse.
können wir sie jemals aufhalten....?
der strohhutjunge - 24. Jun, 13:25
zunächst möchte ich mich für die enorme verspätung des wowo entschuldigen. dieses wowo ist jedoch so gut, dass es niemand schaffen würde, es in solch kurzer zeit auszudenken, nicht einmal ich.
deshalb ist es auch nicht von mir, doch zurück zum thema:
das wort "hohl" wird benutzt, um etwas nicht vorhandenes zu beschreiben, dessen folge die dummheit ist, z.b. wenn es um das gehirn geht: "du bist ja hohl!", gemeint ist dumm.
"sinn" hingegen, steht für etwas logisches, oft intelligentes, weshalb die kombination von "hohl" und "sinn" einen wiederspruch bedeutet. wie kann etwas dummes intelligent sein, bzw. logisch sein?
ganz einfach: garnicht! deshalb wird das wort hohlsinn ausschließlich als ironisches stilmittel verwendet, um lächerliche äußerungen anderer zu unterstreichen.
das ist zwar hohl, macht aber sinn.
Hanson - 22. Jun, 23:04
ich habe heute mal wieder eine politesse gesehen. seltsame frauen sind das, die einen seltsamen beruf ausüben. wie kommt man dazu politesse zu werden? bis eben wusste ich nicht mal, dass man dazu eine ausbildung machen kann, aber
www.berufenet.de belehrte mich eines besseren: man kann in der tat eine ausbildung zur politesse/hilfspolizisten machen - das ist ja fast als könnte man per ausbildung bundesfinanzminister/in werden. bei beidem ist aus popularitätsgründen fraglich, dass irgendjemand freiwillig diesen beruf ergreift.
charakteristisch macht den beruf, dass er meistens weiblich besetzt ist (es gibt zwar die bezeichnung hilfspolizist - aber hat irgendjemand schon mal einen gesehen?) und dass sich politessen einer sehr mangelhaften beliebtheit erfreuen. dass liegt daran, dass man sie meistens dann sieht, wenn sie jemandem ein "ticket" verpassen, wenn er eine "ordnungwidrigkeit" bezüglich des parkens begangen hat. in der tat sind politessen und hilfspolizisten für mehr zuständig, aber welches klischee kümmert sich um details?
das umgangsprachliche wort "politesse" entstand aus der verschmelzung der zwei wörter "polizei" und "hostess", wobei letzteres laut
wikipedia wohl dazu dienen sollte, zu zeigen, dass politessen "höflich für auskünfte zur verfügung stehen". nun, der versuch dürfte meines erachtens gescheitert sein.
zurück zu einem seltsamen beruf mit einem seltsamen rollenbild: die frau als politesse steht hierachisch gesehen weit unter dem normalen beamten (politessen sind keine beamtinnen), sie repräsentieren jedoch trotzdem recht und ordnung, wenn auch nur straßenverkehr, auch wenn sie das nach ansicht von vielen menschen auf eine zu "kleinliche" art tun.
mit dem klischee infiziert werden sie fast zu außenseiterinnen. außenseiter und außenseiterinnen sind aber diese tage angesagt, outlaw sein und cool. noch cooler sind paradoxa: wann hatte man schon mal outlaw und law in einem?
mit dem wort nasi ist nicht, wie man befürchten könnte, die verniedlichungsform von "nase" gemeint.
nein, nasi ist ein ausländisches wort, bzw. der teil eines wortes, oder vielmehr mehrerer worte.
in jeder sprache gibt es fachwörter, die, meißt aus dem lateinischen stammend, in die eigene sprache intergriert werden.
um ein spontanes wort zu nenen: kommunikation.
nun tun wir so, als könnten wir indonesisch sprechen und wollen das wort kommunikation benutzen: kommunikationasi.
an alle fach/fremd- wörter wir ein nasi gehängt.
Hanson - 2. Jun, 19:53
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
johannes-evangelium, 1,1
hey, auch gott ist ein wort, sogar die bibel sagt es. ein unglaublich vieldeutiges wort, egal, welcher religion man angehört, das individuell regelt oder atheist ist. selbst der atheist hat ein verhältnis zu gott: er spricht ihm die existenz ab, obwohl er in den meisten fällen erstmal definieren sollte, was er unter existenz versteht.
gehen wir nach einer ganzheitlichen auslegung der existenz, lönnen wir die existenz von gott nicht bestreiten - es gibt den begriff, man kann an ihn glauben, also muss es ihn geben. es stellt sich lediglich die frage, ob man ihm zu folgen gewillt ist oder nicht.
bleiben wir bei dem wort-aspekt. gott ist also nach der bibel untrennbar mit der sprache verbunden. was ja auch klar ist, worin ist sein wort gefasst? in schrift. und genau darin besteht auch seine macht, in der sprache. die leute können ihren glauben nur atrikulieren, ausüben und weiterverbreiten, weil es sprache gibt. ohne das wort kann es auch keinen gott geben. gott ist ein begriff, er ist der begriff schlechthin.
wie er nun ausschaut, ob es ihn gar einmal oder gar mehrmals gibt ob, ob er person ist ist oder nicht und ob an ihm folgen sollte oder nicht, kann ich nicht sagen. allerdings freut es mich für jeden menschen, der mit hilfe dieses begriffes sinn ins leben zu bringen. so lange er damit niemanden unter druck setzt, auch nicht sich selbst, gilt: "jeder soll nach seiner façon glücklich werden"
kleingärten sind die gärten der kleinen leute, also des plebs.
und um nicht lächerlich zu wirken, treten diese kleingärten immer im rudel auf und nennen sich imperialistisch "kolonie"!
als wenn ihre bloße existens nicht schon genug schmerz in den herzen der naturfreunde auslösen würde, nein, sie haben auch noch ansprüche die weltherrschaft an sich zu reißen.
wenn das volk zu zeiten der wahlen von politikern die schnauze voll haben, ziehen sie sich zurück in ihre kleingartenkolonie, grillen, gucken formel 1 auf campingfernsehern und vernichten das ansehen aller anderen mittelschichtler.
kleingeist im kleingarten.
Hanson - 22. Mai, 16:25
nanu, auch ein verb kann wowo werden? aber ja doch! einige leute sind ja - wie ich letztens erfuhr - der meinung, dass nomen die großschreibung verdienen, paul* und meine japanisch-lehrerin. zur orientierung wäre das gut, dammit man weiß, was wichtig ist, und so weiter und sofort...
wie man bereits sieht, bin ich anderer meinung - alle wörter sind gleichberechtigt - deshlab kleinschreibung für alle. deshalb kann auch ein verb zum wowo werden.
auch "wollen" hat seine wurzeln - im "willen" (dem nomen!), welches allerdings wohl auch eine tätigkeit bezeichnet, weshalb man getrost vom "nominalisierten verb" sprechen kann - was die wurzeln umdreht. doch genug, der verwirrung und der germanistik.
wir wollen etwas, immer wollen wir etwas, jeder will etwas. unabhängig davon, ob man dieses wollen nun als frei betrachtet oder nicht, dass immer mehr wollen ist ein zeichen unserer gesellschaft.
dass man auch mal nix wollen kann, ist uns fremd, der alte spruch "kinder mit 'nem willen kriegen was auf die brillen" gilt nur noch in der ursprünglichen begrenzung. kinder haben nichts zu wollen, wenn die eltern was anderes wollen.
ich erinnere an ein schönes zitat der helden:
das ist das land der begrenzten unmöglichkeiten
wir können pferde ohne beine rückwärts reiten
wir können alles was zu eng ist mit dem schlagbohrer weiten
können glücklich sein und trotzdem konzerne leiten