kardinäle begehen kollektivsünde!

"wenn ein bayer schon nicht kanzler werden kann, dann doch papst!" mag man im freistaat denken. ich glaube, es nimmt sich nichts, nur dass stoiber vielleicht liberaler gewesen wäre. eine weltoffene geistliche organisation sieht anders aus, vor allem für jemanden von außen. für alle christen und vor allem für alle katholiken ist dieser papst wohl eher ein rückschritt, wenn auch sicherlich nicht für alle eine schande. fest steht, dass die katholische kirche sich mit so jemandem die mitgliedergewinnung abschminken kann; dass man mit einer dogmatisierung des lebens nicht weiterkommt.
ich als heide oder "nonkonfessioneller" (wie ein freund jüngst sagte), habe eh einen anderen gottesbegriff, aber man denke an all die leute, die von diesem papst vertreten werden, die nicht so denken wie er - sie werden diskriminiert, nur weil sie verhüten wollen und nicht jedes kind austragen möchten, was ihnen der liebe gott angeblich gegeben hat.

richtig schlimm fand ich allerdings die berichterstattung der führenden deutschen boulevard-zeitung, die kurzerhand uns alle zum papst machte, auch die atheisten und moslems. dazu gab es nationalistsiches gehabe mit jubelnden katholiken mit deutschen fahnen. das einzige stilmittel in dem kurzen, ohnehin billigen text war das ausrufezeichen, dass (fast) jeden satz beendete.
viel besser fand ich da meine gute alte taz: schwarze titelseite, klein oben links stand in weiß geschrieben: "joseph ratinger neuer papst" und in der mitte groß in weiß: "oh, mein gott!"
blaspehmisch lässt sich das in etwa so zusammenfassen: für die tat der kardinäle gibt es mindestens zwei ewigkeiten fegefeuer, wenn gott auch nur halb so toll ist, wie er vorgibt!
wose - 20. Apr, 22:12
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